Die Wut Coaches:
Dipl. Ing. Katrin Hoster
Wut Coach Merlin Faude
Dr. Med. Heidrun Schuler
Psychologe Ferdinand Kirchhof

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Choleriker als Partner: Was tun?

Kleine Streitereien sind in jeder Beziehung normal. Mit einem Choleriker als Partner würden sie jedoch häufig in heftigen Streits mit Wutausbrüchen ausarten. Das Miteinander in einer Partnerschaft sei durch sogenanntes cholerisches Verhalten eine echte Herausforderung. Wichtig ist hierbei zu nennen, dass der Begriff des Cholerikers aus der antiken Medizin stammt und heute als verdrängt gilt (Dammeyer, & Zettler, 2018). Allerdings bestehen noch immer Annahmen im Volksmund, was einen Choleriker ausmachen würde (Asendorpf, & Neyer, 2018).

Unkontrollierte und aggressive Auseinandersetzungen im Alltag können jedoch zu Schwierigkeiten mit Familienmitgliedern oder auch der Beziehung zu den eigenen Kindern führen. Was man tun kann, um den richtigen Umgang mit aggressiven Partnern zu finden und welche Tipps und Strategien die Beziehung stärken können, finden Sie in diesem Artikel heraus.

Cholerischen Partner erkennen

Wie erkennt man cholerische Partner?

Es gibt keine Merkmale, an denen man erkennen kann, ob der eigene Partner ein sogenannter Choleriker ist. Dafür müsste es das Konzept des Cholerikers in wissenschaftlicher Hinsicht geben und darauf aufbauend bestimmte Charaktereigenschaften abgeleitet werden, die eine Partnerschaft beeinflussen. Aber es gibt Faktoren, die aggressive Personen häufig haben. Diese finden Sie hier:

Wutausbrüche:

Häufig neigen aggressive Menschen dazu, ihre Emotionen nicht im Griff zu haben (Roberton et al., 2012). Sie reagieren impulsiv auf bestimmte Reizthemen und Begegnungen mit anderen Menschen. In diesen Situationen kann die Wut in Form von Wutausbrüchen aus ihnen heraus patzen. Manchmal werden Wutausbrüche im Volksmund auch als cholerische Anfälle bezeichnet, wobei es sich hierbei um kein wissenschaftliches Konzept handelt.

Aggression:

Aggressionen sind ein Zeichen für einen Choleriker als Partner

Neben Wutanfällen wird im Volksmund auch übermäßig aggressives Auftreten zu den Anzeichen von cholerischen Verhaltensweisen gezählt. Da cholerische Verhaltensweisen kein wissenschaftliches Konzept sind, kann diese Aussage nicht bestätigt werden. Was aber feststeht ist, dass Aggression sich sowohl physisch (Baron & Richardson, 1994) als auch verbal (Hamilton, 2012) zeigen kann.

Starke Stimmungsschwankungen:

Wenn sich die Stimmung eines Menschen häufig drastisch von einem Moment auf den anderen ändert, spricht man von Stimmungsschwankungen. Eine scheinbar friedliche Stimmung kann sich schnell in extreme Wut umwandeln, ohne dass ein Grund dafür erkennbar ist. Dabei konnte in einer Studie festgestellt werden, dass Stimmungsschwankungen mit erhöhter Aggression zusammenhängen können (Tyrer et al., 2005).

Kontrollverlust:

Selbstkontrolle beschreibt die Fähigkeit, die eigenen Gedanken, Gefühle und das eigene Verhalten im Kontext der Erreichung der eigenen Ziele zu regulieren (de Ridder et al., 2017). Dabei konnten Zusammenhänge zwischen geringer Selbstkontrolle und Aggression (Lei et al., 2020) gefunden werden. Einem Choleriker wird häufig zugeschrieben, dass er oder sie Schwierigkeiten habe, Emotionen und Impulse zu kontrollieren. Dies kann allerdings wissenschaftlich nicht beantwortet werden.

Wichtig!
Einige dieser Merkmale können manchmal in Kombination oder einzeln auftreten. Nur, weil jemand hin und wieder wütend wird, heißt das nicht automatisch, dass es sich um eine problematisch aggressive Person handelt. Jemanden als Choleriker zu bezeichnen ist insgesamt fehlleitend, da es sich um ein verdrängtes Konzept handelt.

Erfahren Sie mehr zum Thema Choleriker im Wut-Coaches-Podcast!

Warum ist mein Partner cholerisch?

Aggressives Verhalten kann viele verschiedene Ursachen haben. Es gibt unterschiedliche Faktoren, die dazu beitragen können, dass jemand aggressiv wird. Häufig wird eine aggressive Person dann im Volksmund als Choleriker bezeichnet. Einige mögliche Gründe finden Sie in diesem Abschnitt:

Kindheitserfahrungen:

Wenn man eine Person als sogenannten Choleriker bezeichnet, wird die Ursache für cholerisches Verhalten häufig in der Kindheit gesucht. Diese Bezeichnung ist fehlleitend, da es sich um ein verdrängtes, unwissenschaftliches Konzept handelt.

Was sich aber sagen lässt, ist, dass die Kindheit für Menschen prägend ist (Daines et al., 2021). Bestimmte Kindheitserinnerungen können dazu beitragen, dass Personen im Erwachsenenalter zu antisozialen Tendenzen neigen (Stewart, & Harmon, 2004).

Bewältigungsmechanismen

Im Laufe ihres Lebens haben einige Menschen ungesunde Bewältigungsmechanismen entwickelt, um mit Stress, Konflikten oder schwierigen Emotionen umzugehen. Es kann sinnvoll sein, zu lernen, wie man mit dem richtigen Umgang dieser starken Emotionen wachsen und sich selbst transformieren kann, anstatt wiederkehrende Wutausbrüche zu haben (Anithalakshmi, 2023). Häufig denken Menschen, dass cholerisches Verhalten ein Ventil für innere Anspannung sei. Dies kann wissenschaftlich nicht beantwortet werden, da cholerisches Verhalten ein verdrängtes Konzept aus der Antike ist.

Persönlichkeitsmerkmale

Individuelle Persönlichkeitsmerkmale können das Verhalten vieler Menschen beeinflussen. Besonders dominante Menschen oder Personen mit starkem Temperament, Ungeduld oder einem hohen Kontrollbedürfnis wird häufig zugeschrieben, anfälliger für sogenanntes cholerisches Verhalten zu sein. Auch dies lässt sich wissenschaftlich nicht bestätigen.

Lernen Sie mehr über die Ursachen von cholerischem Verhalten im Wut-Coaches-Podcast!

Tipps zum richtigen Umgang

Der Umgang mit aggressivem Verhalten kann in einer Beziehung anstrengend sein und beide Partner an ihre Grenzen bringen. Hier finden Sie einige Tipps, die Ihnen dabei helfen können, mit den Herausforderungen umzugehen:

Selbstreflexion:

Beginnen Sie, Ihr eigenes Verhalten und Ihre Reaktionen auf das Verhalten Ihres Partners zu reflektieren. Fragen Sie sich, wie Sie selbst mit den Wutausbrüchen umgehen und ob Ihr Verhalten möglicherweise zur Eskalation der Streitereien beiträgt. Ein bewusster Umgang mit dem eigenen Verhalten kann Ihnen helfen, konstruktiver mit Ihrem aggressiven Partner (bzw. häufig im Volksmund auch als cholerischen Partner bezeichnet) umzugehen.

Grenzen setzen:

Für mehr Klarheit ist es wichtig, Grenzen zu setzen und diese dem eigenen Partner deutlich zu kommunizieren. Sagen Sie Ihrem Partner, welches Verhalten Sie nicht mehr akzeptieren möchten und welche Konsequenzen es haben wird, wenn Ihre Grenzen weiterhin überschritten werden.

Kommunikation verbessern:

Arbeiten Sie an der Kommunikation in den eigenen vier Wänden. Bemühen Sie sich um einen respektvollen und einfühlsamen Austausch. Reden Sie nach Streitigkeiten miteinander, um die Bedürfnisse und Wünsche des anderen zu verstehen. Hören Sie Ihrem Partner zu und versuchen Sie, Missverständnisse zu klären.

Gemeinsame Lösungen:

Die Verantwortung dafür, die gemeinsame Beziehung zu stärken und zu verbessern, liegt nicht nur bei Ihnen. Suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. Sprechen Sie über mögliche Strategien, die Ihr Partner anwenden kann, um sein Verhalten in den Griff zu bekommen. Wichtig ist hierbei, dass Ihr Partner einen eigenen Willen zeigt, sein Verhalten zu verbessern. Ohne ein eigenes Problembewusstsein und Initiative ist es schwierig zu lernen, wie man sich harmonischer verhalten kann.

Therapie:

Ermutigen Sie Ihren Partner, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Überlegen Sie, welche Form der professionellen Unterstützung infrage kommt. Für Wut- und Aggressionsprobleme kommt eine Therapie dann infrage, wenn sie als Begleiterscheinung einer Krankheit auftreten und eine therapeutische Behandlung vom Arzt angeordnet wird.

Coaches:

Coaches können helfen bei einer cholerischen Partnerschaft

Eine geeignete Unterstützung für Menschen, die Schwierigkeiten mit Wut und Aggression haben, stellen Wut-Coaches dar. Sie haben sich speziell auf aggressives Verhalten fokussiert (bzw. im Volksmund als cholerisches Verhalten bezeichnet). Mit dem Beweggrund, sein eigenes Verhalten ändern zu wollen, können Betroffene sich gemeinsam mit speziellen Coaches weiterentwickeln.

Mehr über Wut-Coaching erfahren Sie im Wut-Coaches-Podcast!

Wichtig!
Bei der Bewältigung von aggressivem Verhalten innerhalb einer Beziehung ist es wichtig, geduldig und beharrlich zu sein. Mit guter Kommunikation, gegenseitigem Vertrauen und dem Willen, die Beziehung zu verbessern, können Sie gemeinsam mit Ihrem Partner auf positive Veränderungen hinarbeiten.

Fazit: So gelingt der Umgang mit einem cholerischen Partner

Eine Beziehung mit einem aggressiven Partner erfordert Feingefühl, Kommunikation und viel Geduld. Dabei ist es außerdem wichtig, das Verhalten des Partners zu erkennen und die möglichen Gründe für sein Verhalten zu verstehen. Sie können Ihre eigene Reaktion reflektieren, Grenzen setzen, besser kommunizieren und gemeinsam mit Ihrem Partner nach Lösungen suchen.

Professionelle Unterstützung, wie Therapie oder Coaches können weitere Möglichkeiten sein, um aggressives Verhalten in den Griff zu bekommen. Mit Geduld, Rücksicht und Engagement können Sie an sich arbeiten, um eine gesündere und harmonische Beziehung zu leben.

Über die Autoren
Katrin Hoster

Katrin Hoster ist zertifizierte NLPlerin, Headcoach und einer der beiden Gründer der Wut Coaches. Als erfahrener Coach im Bereich Aggressionsbewältigung hat sie sich seit 2018 voll und ganz auf das Thema Wut und Aggression spezialisiert und kann auf einen großen Erfahrungsschatz mit mehreren 1000 Wut- und Aggressionsklienten zurück blicken.

Ferdinand Kirchhof

Ferdinand Kirchhof ist Psychologe (M.Sc.). Er arbeitet bei den Wut Coaches als psychologischer und wissenschaftlicher Berater und seine Expertise fließt sowohl in unser Coaching als auch in unsere Veröffentlichungen. Er ist der Co-Autor dieses Artikels, zusammen mit Katrin Hoster als Autorin.

Kerstin Bickert

Kerstin Bickert ist Psychologin (B.Sc.) und Sozialpädagogin (B.A.). Sie arbeitet bei den Wut Coaches als psychologische und wissenschaftliche Beraterin und ihre Expertise fließt sowohl in unser Coaching als auch in unsere Veröffentlichungen. Sie ist die Autorin dieses Artikels, zusammen mit Katrin Hoster als Co-Autorin.

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