Die Wut Coaches:
Dipl. Ing. Katrin Hoster
Wut Coach Merlin Faude
Dr. Med. Heidrun Schuler
Psychologe Ferdinand Kirchhof

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Aggressionsbewältigung

Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Sie sind mit ihrem Partner zu Hause und plötzlich bricht ein Streit aus. Eigentlich ging es dabei um etwas vollkommen Banales. Sie spüren, wie sich die Emotionen im Raum in Sekundenschnelle hochschaukeln. Diese Aggression kann wie ein Unwetter über Sie hereinbrechen und Ihre Beziehungen belasten. Vielleicht haben Sie sich sogar schon gefragt: Warum werde ich so schnell aggressiv? Haben Sie das schon einmal erlebt? Dann sind Sie nicht allein.

Vielleicht reagieren Sie häufig mit Aggression, weil Sie sich schnell angegriffen fühlen. Es könnte sein, dass der Umgang mit Wut und Aggression für Sie eine größere Herausforderung darstellt als für andere. Das Problem dabei ist folgendes: Unkontrollierte Wutausbrüche und aggressive Verhaltensmuster können nicht nur Sie selbst, sondern auch Ihr soziales Umfeld belasten (Williams et al., 2012). Wenn Sie sich in der oben beschriebenen Situation wiedererkennen, stellen Sie sich womöglich einige Fragen: Ist es möglich, Aggressionsprobleme zu bewältigen? Können aggressive Menschen einen Weg zu mehr Gelassenheit finden? In diesem Artikel stellen wir Werkzeuge vor, die Ihnen dabei helfen, Ihre Aggressionen zu kontrollieren. Zudem werden Sie erfahren, welche Strategien hilfreich sein können, um Ihre Beziehungen zu verbessern.

Warum man seine Aggressionen bewältigen sollte

Aggressionsbewältigung sollte man nicht nur im Alter oder bei gesundheitlichen Beschwerden angehen

Zu Beginn ist es wichtig, dass Sie folgendes verstehen: Es ist völlig normal, ab und zu wütend zu werden. Wenn Ihre Emotionen jedoch regelmäßig außer Kontrolle geraten, sollten Sie bedenken, dass Sie sich selbst und anderen damit schaden können. Starke Aggressionen hängen mit einem erhöhten Stresslevel zusammen (Sprague et al., 2011). Dies kann sogar Ihre körperliche Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Denollet et al., 2010) und für einen erhöhten Blutdruck (Tilov et al., 2015) kann auf ein ungesundes Level ansteigen. Durch unkontrollierte Aggressionen können Sie sich zudem in viele Konflikte verwickeln. Oftmals trifft es dabei in erster Linie Ihre Angehörigen.

Oft Ihre Kinder oder Ihren Partner. Auch wenn Sie es nicht so meinen, kann Ihr aggressives Verhalten dafür sorgen, dass sich Menschen in Ihrem Umfeld verletzt fühlen. Sie fragen sich, warum ausgerechnet sie Ihre Aggression abbekommen. Höchstwahrscheinlich tragen sich die meisten Streitereien in Ihren eigenen vier Wänden aus. Auch hier ist es völlig normal, ab und an zu streiten. Sie sollten dabei jedoch eine Sache nicht außer Acht lassen: Ihre Liebsten sind die ersten, die es trifft, wenn Sie ständig Wutausbrüche erleiden. Die Harmonie in Ihrer Familie wird stark strapaziert, wenn Sie sich nicht bemühen, Ihre Aggressionsprobleme zu bewältigen.

Es gibt viele Gründe, warum man seine Aggressionen bewältigen sollte

Viele Betroffene bereuen ihr Verhalten, nachdem sie über ihr Handeln nachgedacht haben. Sie wissen, dass sie das, was sie gesagt und getan haben, nicht mehr rückgängig machen können. Die Konsequenzen können schwerwiegend sein. Daher ist es wichtig, dass Betroffene aktiv an ihrem Verhalten arbeiten. Gegebenenfalls können Sie sich professionelle Hilfe bei Aggressionen suchen.

Erfahren Sie mehr über Aggressionsbewältigung im Wut-Coaches Podcast!

Übungen und Wege zur Aggressionsbewältigung

Sie haben Glück: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um aggressives Verhalten in den Griff zu bekommen. – Doch wie finden Sie heraus, welche Methode die richtige ist? – In diesem Abschnitt erklären wir einige Wege, die bei Ihnen bei der Bewältigung von Aggressionen helfen können.

Aggressionstherapie

Mit einer Aggressionstherapie kann man professionell die Aggressionsbewältigung angehen

Vielleicht haben Sie sogar schon einmal über eine Therapie nachgedacht. Der Schritt zum Therapeuten kann Ihnen tatsächlich in vielerlei Hinsicht helfen. Beispielsweise lernen Sie, die Ursachen Ihrer Aggressionen zu erkennen und sich selbst besser zu verstehen. Eine Aggressionsbewältigungs-Therapie kann Ihnen außerdem dabei helfen, neue Verhaltensmuster zu erlernen. Beispielsweise können Sie lernen, Ihre emotionalen Reaktionen besser zu kontrollieren. Diese Fähigkeit kann dazu beitragen, dass Sie Konflikte im Alltag konstruktiver lösen können.  

Wichtig:
Therapeutische Behandlungen werden angeordnet, wenn aggressives Verhalten die Gesundheit von Betroffenen einschränkt. Meistens ist dies der Fall, wenn Aggression als Symptom einer psychischen Krankheit auftritt. In manchen Fällen werden auch medikamentöse Behandlungen angeordnet. Die genaue Abklärung kann durch den Hausarzt, einen Psychologischen Psychotherapeuten oder Psychiater erfolgen.

Hausmittel gegen Aggressionen

Auch eine gesunde Ernährung kann beim Bewältigen der Aggressionen durchaus hilfreich sein

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eine Therapie benötigen, gibt es auch andere Wege, die bei Aggressionen helfen sollen. Einige Hausmittel gegen Aggressionen sollen Menschen mit Aggressionsproblemen durch ihre beruhigende Wirkung Abhilfe verschaffen. – Doch was heißt das konkret für Sie? – Sie könnten Techniken wie die Meditation (Dua & Swinden, 1992) oder progressive Muskelentspannung (İçel & Başoğul, 2021) ausprobieren. Dadurch können Sie Stress abbauen und gelassener durch den Alltag gehen. Auch bestimmte Sportarten könnten Ihnen zu mehr Gelassenheit verhelfen (Hassmén et al., 2000). Wie Sie sich bestimmt schon denken können, kann auch ein gesunder Lebensstil und eine gute Ernährung zu mehr Ausgeglichenheit beitragen. Viel Stress und ein unausgeglichener Hormonhaushalt können durch regelmäßigen Sport wieder in Balance kommen. Ebenso können Sie überschüssige Energie mit körperlicher Ertüchtigung abbauen. Gleichzeitig tun Sie Ihrer Fitness damit etwas Gutes.

Anti-Aggressionstraining

Sie haben bestimmt schon einmal von Anti-Aggressionstrainings gehört. Das sind speziell entwickelte Programme für Männer zwischen 18-36 Jahren mit Aggressionsproblemen. Diese Trainings sollen dabei helfen, dass Teilnehmer ihr eigenes aggressives Verhalten erkennen und verändern. Die Teilnehmer können bei diesen Trainings Methoden zur Konfliktlösung erlernen. Für viele junge Männer bieten diese Trainings einen guten Neustart. Sie lernen mit ihren Aggressionen umzugehen und sich konstruktiv mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen.

Wichtig:
Anti-Aggressionstrainings werden meistens als Maßnahme bestimmter Institutionen angewandt. Zielgruppe sind hierbei oftmals gewalttätige Straftäter und auffällige Jugendliche (Weidner, 2001). Häufig liegt der Fokus auf Gewaltprävention und Förderung sozialer Fähigkeiten. Für Menschen ohne Tendenzen zu Gewalt sind diese Trainings meistens nicht die erste Wahl. Hier kommen eher Selbsthilfe oder andere Strategien infrage.

Hilfe zur Selbsthilfe

Für Sie ist es als allererstes wichtig, Ihre eigenen Verhaltensweisen und die Probleme, die Sie damit verursachen, zu erkennen. Langfristig kommt es darauf an, Ihre Aggression auf konstruktive Weise zu bewältigen. Ein wichtiges Mittel, um dies zu erreichen, ist die Selbstreflexion. Erst wenn Sie wirklich erkennen, dass Ihr eigenes Verhalten negative Folgen hat, werden Sie merken, dass es Zeit ist, etwas dagegen zu unternehmen.

Auch wenn es komisch klingt: Das Führen eines Tagebuchs kann Ihnen dabei helfen, in die Selbstreflexion zu kommen (Rodriguez et al., 2021). Denken Sie bitte nicht an ein Tagebuch aus Kinderzeiten. Es geht darum, dass Sie Ihre Gedanken und Gefühle nach Momenten der Aggression aufschreiben. Sie können sich aus einer anderen Perspektive betrachten, wenn Sie Tagebucheinträge über sich selbst schreiben. Mit einem neuen Blickwinkel fällt es Ihnen leichter, Ihr eigenes Verhalten zu erkennen. Sie denken zudem über alternative Verhaltensweisen nach. Hier schließt sich der Kreis! Denn egal welche Methode Sie ausprobieren… Es geht immer darum, Ihr Verhalten zu erkennen und im Anschluss zu verändern. Sie beginnen Ihre Reaktion auf bestimmte Dinge zu verstehen und können dann überlegen, wie Sie Ihre Verhaltensweisen ändern, um ausgeglichener und mit weniger Anspannung durch den Alltag zu gehen.

Erfahren Sie mehr Informationen zur Selbsthilfe bei Aggression über im Wut-Coaches Podcast!

Fazit: So bewältigen Sie Ihre Aggressionen

Es ergibt sich eine wichtige Erkenntnis : Eine effektive Wutbewältigung kann Ihr Leben maßgeblich positiv beeinflussen. Sie hat nicht nur Einfluss auf Ihre Emotionen, sondern wirkt sich auch günstig auf Ihr allgemeines Wohlbefinden aus.

Zum Glück gibt es unterschiedliche Methoden, mit deren Hilfe Sie lernen können, Ihre Wut zu kontrollieren. Dies kann zur Aufwertung der Beziehungen zu Ihren Angehörigen beitragen, Ihre Zufriedenheit steigern und zur Stärkung Ihrer Gesundheit beitragen.

Es kann eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, um wirksam Wut zu bewältigen. Dies erfordert Ihren persönlichen, tiefgehenden Wunsch zur Selbstoptimierung und gelegentlich auch professionelle Unterstützung. Mit Beharrlichkeit können Sie definitiv erlernen, Ihre Aggressionen abzubauen. Auf diese Weise können Sie auf lange Sicht ein erfüllteres und ruhigeres Leben führen.

Über die Autoren
Katrin Hoster

Katrin Hoster ist zertifizierte NLPlerin, Headcoach und einer der beiden Gründer der Wut Coaches. Als erfahrener Coach im Bereich Aggressionsbewältigung hat sie sich seit 2018 voll und ganz auf das Thema Wut und Aggression spezialisiert und kann auf einen großen Erfahrungsschatz mit mehreren 1000 Wut- und Aggressionsklienten zurück blicken.

Ferdinand Kirchhof

Ferdinand Kirchhof ist Psychologe (M.Sc.). Er arbeitet bei den Wut Coaches als psychologischer und wissenschaftlicher Berater und seine Expertise fließt sowohl in unser Coaching als auch in unsere Veröffentlichungen. Er ist der Co-Autor dieses Artikels, zusammen mit Katrin Hoster als Autorin.

Kerstin Bickert

Kerstin Bickert ist Psychologin (B.Sc.) und Sozialpädagogin (B.A.). Sie arbeitet bei den Wut Coaches als psychologische und wissenschaftliche Beraterin und ihre Expertise fließt sowohl in unser Coaching als auch in unsere Veröffentlichungen. Sie ist die Autorin dieses Artikels, zusammen mit Katrin Hoster als Co-Autorin.

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